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REAL CORP 2020

SHAPING URBAN CHANGE
LIVABLE CITY REGIONS FOR THE 21st CENTURY

25. internationale Konderenz zu Stadtplanung
und Regionalentwicklung in der Informationsgesellschaft

150 JAHRE RWTH AACHEN
1. Aachener Stadtplanungskonferenz

Wir sehen aktuell unterschiedliche Trends in der Stadtentwicklung rund um den Globus, aber es gibt einige Gemeinsamkeiten:

  • historische Verwaltungsgrenzen bilden längst nicht mehr die tatsächlichen Stadtstrukturen ab, Städte wachsen über diese Grenzen hinweg und bilden Stadtregionen, die teilweise auch staatenübergreifende funktionale Stadtregionen und Ballungsräume bilden;

  • in fast allen Fällen erscheint eine zwischen mehreren Regierungen, Gebietskörperschaften und Institutionen auf verschiedenen Ebenen abgestimmte räumliche Entwicklung unabdingbar, gestaltet sich im Regelfall aber schwierig;

  • Städte und Regionen sind ressourcenhungrig und sehen sich oft mit Dichte- und Umweltproblemen sowie diversen Bedrohungen konfrontiert, nichtsdestotrotz sind Nachhaltigkeit, Resilienz, hohe Lebensqualität und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen zentrale Ziele der Stadtentwicklung;

  • neue Technologien und Digitalisierung spielen eine wesentliche Rolle in der Entwicklung von Städten, Stadtregionen und Metropolen – ohne entsprechende Stadt-, Umwelt- und Mobilitätstechnologien wäre eine städtische Entwicklung, wie wir sie beobachten, das Aufrechterhalten der Funktionalität und die Erhaltung und Schaffung lebenswerter Stadtumgebungen kaum mehr möglich.

Während in Asien, und da besonders in in China und Indien, aber auch in Japan und Südostasien, sowie in Teilen Südamerikas, Afrikas und der Golfregion, Städte aktuell und wohl noch für geraume Zeit rasant und unaufhaltsam wachsen und weitere Großstädte, Stadtregionen und Metropolen jenseits der 10-Millionen-Einwohner-Marke und weit darüber hinaus entstehen, wachsen zwar auch viele europäische, nordamerikanische und australische Städte, aber bei weitem nicht so stark wie in den oben genannten Regionen (einige verlieren sogar Einwohner) – dennoch zeigt sich aber auch hier eine starke Dynamik der räumlichen Entwicklung hin zu Stadtregionen.

Geht es in vielen Stadtregionen und Metropolen weltweit darum, die notwendigste Infrastruktur für das pure Überleben der Menschen zu schaffen und aufrecht zu erhalten – Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung als wesentliche Elemente –, geht es in anderen Teilen der Welt darum, Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass die durchwegs hohe Lebensqualität erhalten und sogar verbessert wird.

In manchen Teilen der Welt wachsen Städte und Metropolen ungebremst und es zieht hunderte Millionen Menschen in die Städte. In zahlreichen europäischen Städten und Agglomerationen lassen sich jedoch gegenwärtig zwei Prozesse beobachten, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen: Reurbanisierung und Regionalisierung. Innenstädte und innenstadtnahe Stadtquartiere werden attraktiver, gerade für Menschen, die die Vorzüge des städtischen Lebens (womöglich wieder neu) entdecken. Diese Rückbesinnung auf die Kernstädte als Wohnstandort hat vielerlei Gründe; sie ist jedoch insbesondere gekoppelt an Veränderungen in der Arbeitswelt bzw. den Trend, Wohnen und Arbeiten sehr viel effektiver miteinander verbinden zu müssen, als dies ein Leben in den suburbanen Ballungsrandzonen in den meisten Fällen erlaubt. Hier sind gut organisierte, mit vielfältigen Funktionen ausgestattete Stadtviertel klar im Vorteil. Gleichzeitig findet eine weitere Regionalisierung des Städtischen statt, was der Tatsache geschuldet ist, dass Städte zunehmend unter Druck geraten.

In vielen Innenstädten fehlt bezahlbarer Wohnraum, während gleichzeitig das Umland Leerstände zu verzeichnen hat. Durch falsche Allokationen werden unnötig Pendlerströme erzeugt. Vor diesem Hintergrund sind interkommunale Kooperationen naheliegend, um die notwendige Balance zwischen unterschiedlichen Entwicklungsdynamiken herzustellen.

Der gegenwärtig intensiv geführte Diskurs über „Low Carbon Cities“ oder „Smart Cities“, also die Frage nach der künftigen Entwicklung von Städten unter den Bedingungen des Klimawandels, dem Einsatz energiesparender Technologien und den absehbar zur Neige gehenden fossilen Ressourcen, wirft konkrete Fragen künftigen Städtebaus und künftiger Stadtgestaltung auf, die bislang nur teilweise beantwortet werden können.

Auch wenn Städte und Dörfer sich derart wandeln, bleiben sie Orte des (kollektiven) Erinnerns und Erkennens; Orte, an denen Bindungen hergestellt werden. Identität und Heimat – Begriffe, die solche Qualitäten einer Stadt bezeichnen sollen – basieren jedoch nicht allein auf der Vertrautheit einer über lange Zeit in ihren wesentlichen Merkmalen kaum veränderten Lebensumwelt, sondern sind auf spezifische atmosphärische Qualitäten einer Stadt, eines Quartiers bzw. einer Region zurückzuführen. Deshalb ist nicht allein das baukulturelle Erbe mit seinen historischen Gebäuden, Straßen, Freiräumen, Stadtvierteln für die Identität einer Stadt maßgebend, sondern die Fähigkeit, im Rahmen neuen Städtebaus auch neue überzeugende, im besten Fall unverwechselbare Atmosphären zu kreieren. Das gilt in besonderem Maße für Städte, die kaum historische Viertel aufweisen – oder für große Stadt-Landschaften, für die solche kleinräumigen Quartiere kaum als alleinige Imageträger in Frage kommen.

Die REAL CORP 2020 will vor dem Hintergrund der skizzierten Herausforderungen, die sich in Quartier, Stadt, Stadtregion und entsprechend ausgeprägt auch in Metropolen stellen, Strategien und Konzepte diskutieren, wie der Wandel qualitätsvoll gestaltet werden kann. Dabei stellt sich auch die Frage, wer die eigentlichen Akteure der aktuellen Stadt-, Regions- und Metropolenregionsentwicklung sind und welche Rolle Planerinnen und Planer in den entsprechenden Szenarien spielen können.

Die renommierte RWTH Aachen in der im besten Sinne historischen und europäischen Mittelstadt Aachen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen mit seiner reichen Bergbau- und Industrietradition, in einer grenzüberschreitenden Stadtregion im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande gelegen, bildet den idealen Ort, um die genannten Entwicklungen und Herausforderungen im Kreise von Expertinnen und Experten aus aller Welt zu diskutieren.

Stellen Sie Ihre Arbeit und Ihre Forschungsaktivitäten im Rahmen der REAL CORP 2020 vor! Wir laden Sie ein, Ihre Vorschläge für Papers und Vorträge online über MY.CORPinsbesondere zu den folgenden Themen einzureichen:

  • Transforming City Regions – ständige Veränderungen in allen Größenordnungen

    • regionale Stadtplanung und Gestaltung der Stadtregion,

    • grenzüberschreitende Stadtregionen, internationale Bauausstellungen (IBA),

    • Standardisierung durch technologische Entwicklung vs. Suche nach Einzigartigkeit und Eigenart,

    • Wettbewerb, Zusammenarbeit, Kooperation – innerhalb und zwischen den Stadtregionen,

    • Tradition vs. Branding: die Identität, den Geist, die Emotionen von Städten, Regionen und Orten bewahren und schaffen. Ist Branding das Werkzeug zur Identitätsfindung für neue Orte oder zur Aufwertung für bestehende Orte?

  • Der Aufstieg der Metropolen

    • 10, 20, 30 Millionen ... mehr als nur ein Haufen Städte, eine andere Art von menschlichen Siedlungen...

    • Wie man Metropolen verwaltet und sie am Laufen hält

    • Metro-Matrix: Theorie und Anwendung

    • Die Metropole gestalten

  • Klimawandel und drohende Naturkatastrophen

    • Eindämmung, Einführung, intelligente Technologien, Ressourceneffizienz

    • Post-Carbon-Städte und -Regionen: nachhaltig, widerstandsfähig, lebenswert

  • Re-Mixing the City

    • Konzepte und Perspektiven für eine Mischnutzung in zukünftigen Städten,

    • Thinking Urban Factory – Erhaltung und Wiederherstellung von Produktionsstätten innerhalb des städtischen Gefüges,

    • Hoch in den Himmel und tief in die Erde – Konzepte für Hochhauserschließung und Nutzung des unterirdischen Raumes zur städtischen Verdichtung,

    • Die Herausforderung eines erschwinglichen Wohnraums

    • Raum- und Regionalplanung im Rahmen des nachhaltigen Managements von mineralischen Ressourcen

  • Städte für alle – Integration, Gemeinwohl, Partizipation und Co-Creation
  • Was ist mit der Landschaft? („Smart Country“; Digitalisierung im Kontext des „Umdenkens des Dorfkonzepts“ und seiner möglichen Vorteile)

  • Städte und Technologien, Real Smart Cities, Intelligent Cities – High-Tech und hohe Lebensqualität: Best Practises und Konzepte für die Zukunft

    • Digitalisierung, Stadt-, Umwelt- und Mobilitätstechnologien

    • integrierte und ganzheitliche Ansätze

    • Branchenlösungen (Energie/Smart Grid; Ressourcenmanagement; Personenmobilität; Güterverkehr und Logistik; Smart Government; Daten- und Informationsinfrastrukturen; Smart Buildings, Smart Housing, Smart Home; Smart Health, Bildung, Unterhaltung; Smart Retail; Internet der Dinge; Urbane Landwirtschaft; Sicherheit;....)

    • Staatliche vs. industrielle vs. zivilgesellschaftliche Ansätze

    • Kaum erwähnte Dinge in der „Smart-Cities-Propaganda“ – der „andere Teil der Stadt“  (informelle Siedlungen; Flüchtlingslager; Industriebrachen; traditionelle Industriegebiete, Schlachthöfe,...; riesige Logistik- und Handelszonen; Abfall- und Abwasserbehandlung; Friedhöfe; „No-go-Areas“; städtische Hitzeinseln…)

  • „Smart Cities“  und/oder „intelligente Städte“ . Immobilienentwicklung und Stadtplanung: Konkurrenten oder Partner?

  • Die Rolle der Stadtplanung und der Stadtplaner bei der Gestaltung von Städten und Stadtregionen der Zukunft

    • Experten, Berater, Masterplaner, Moderatoren/Mediatoren, Designer, Integratoren, Techniker, ....?

    • von lokal bis global: grenzüberschreitende und internationale Planung auf verschiedenen Ebenen

    • kulturelle Unterschiede in der Stadtplanung und im Technologieeinsatz

  • Technologieorientierte Ressourcen und Instrumente für die Stadt- und Regionalplanung

    • Entwicklung von GIS und DSS (Decision Support Systems)

    • Regionale, interregionale, internationale, zwischenstaatliche Informations- und Überwachungssysteme

    • von Building Information Modelling (BIM) über City Information Modelling (CIM) bis hin zu „Digital Twins“  von Städten.

    • Perspektiven von Big Data, Blockchain und Künstlicher Intelligenz (KI) im Planungskontext

    • Planen und Gestalten mit Virtual Reality (VR)

    • Consumer 3D Printing (c3dp), 3D-Druck in großem Maßstab, ...

    • Informationsquellen (Fernerkundung, LIDAR/Laserscanning, Drohnen/unbemannte Fahrzeuge, Floating Vehicle Data, Daten von mobilen Geräten, Echtzeitdaten, Sensornetzwerke,...)

    • Zugänglichkeit von Informationen und Daten (Open Government Data (OGD), Open Source und kommerzielle Datenquellen, von Nutzern und Menschenhand generierte Inhalte, Nachrichten von INSPIRE, internationale und globale Dateninitiativen, ...; Rechenzentren)

    • Grundhaltung: Vertrauen oder Misstrauen in Daten, Instrumente, Methoden, Prozesse?

  • Demographischer Wandel: Überalterung, Verjüngung, Migration

  • Globale Städtenetzwerke – die neue Seidenstraße

  • Neue Städte rund um die Welt – Hauptstädte und Thematic Cities