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Panta Rhei – a World in Constant Motion

Mobilität ist ein vielschichtiges Thema mit einer ebenso vielschichtigen Vergangenheit. Ideologische Dispute, geradezu Glaubenskriege wurden in den letzten Jahrzehnten geführt, wenn es um Mobilitätsthemen geht und ging: Freie Fahrt für freie Bürger oder Vorrang für menschengerechte, lebenswerte Siedlungen? Sorgt Kostenwahrheit im Verkehr für längst fällige Neustrukturierung oder würde sie unser wirtschaftliches System zum totalen Zusammenbruch führen? Ausbau der Verkehrswege zum Schrumpfen von Entfernungen oder Rückbau der Verkehrswege für eine Stadt der kurzen Wege?

Wie können wir mit dem Wissen und der Technik von heute die zukunftsweisende Mobilität von morgen gestalten? Mobilität ist notwendig; jeder Mensch verbringt einen gewissen Anteil seiner Lebenszeit mit Mobilität. Als wir sesshaft wurden, entstanden Verkehrswege, um unseren täglichen Bedarf zu decken und Austausch zu betreiben. Heute befinden sich unsere Städte in absoluter Abhängigkeit von Mobilitätsprozessen. Aber wie sehr muss, darf oder soll Mobilität unser Leben bestimmen, ja, dominieren?

Wie kann Mobilität überhaupt definiert werden? Einerseits natürlich als Bewegung von Personen oder Sachen, andererseits stellt sich die Frage, ob Datenverkehr in Form von Strom- oder Lichtimpulsen ebenfalls Mobilität bedeutet? Wie gehen wir mit Datenmobilität um, welche Folgen und Einflüsse hat Datenmobilität auf die „herkömmliche“ Mobilität im engeren Sinn? Die Vereinfachung von Verkehrsflüssen hat unserem Globus neben Fortschritt und Wachstum auch eine Vielfalt an Verkehrsproblemen eingebracht; welche Probleme bringt ständig steigender Datenverkehr mit sich?

Mobilität kann auch über die bewegte Menge definiert werden: Es gibt Mobilität von Einzelnen, aber viele Einzelmobilitäten können zusammengefasst Mobilitätsmuster ergeben, die in ihrer Masse Problemstellungen aufwerfen können, beispielsweise Pendlerströme als kurzzeitiges, stundenweise, aber regelmäßig auftretendes Phänomen oder Wanderungsbewegungen (Migration) als einmaliges, aber langfristig und nachhaltig ablaufendes Ereignis.

Die REAL CORP wirft auch einen Fokus auf jene Personen, die – aus welchen Gründen auch immer – in ihrer persönlichen Mobilität eingeschränkt sind, sei dies durch das Alter bedingt oder eine Auswirkung von physischen oder psychischen Einschränkungen. Dieser Materie, gemeinsam mit dem Thema Accessibility (von physischer und virtueller Realität), ist ein eigener Themenblock gewidmet.

Die REAL CORP 2017 beschäftigt sich also diesmal mit allem, was sich in Zeit und Raum bewegt. Wir laden Sie ein, bis 15. April Ihre Abstracts zu den folgenden Themenblöcken einzureichen:

  • Mobilität – intermodal, multimodal, bedarfsorientiert – Stand der Technik und Zukunftsperspektiven
  • Eine Welt? Megastrukturen und globale Verkehrsdrehscheiben
  • Verkehr und Beförderung in smarten Städten und Regionen
  • E-Mobility & Co.
  • Mobilität einer alternden Gesellschaft – wie geht man mit speziellen Mobilitätsbedürfnissen von Menschen mit Einschränkungen um?
  • Menschen in Bewegung – Migration in Städte, internationale Wanderung, saisonale Migration, Wiederentdeckung des Dorfes, ... – aus lokaler und globaler Perspektive
  • Monitoring und Überwachung, auch von oben: Satelliten, Flugzeuge, Drohnen
  • Veränderung in Städten, Landschaften, schnell und langsam: stabile und fragile Strukturen
  • Echtzeit-Mobilitätsdaten und -Anwendungen
  • Neue und künftige Verkehrstechnologien


Spezialthemen

Die REAL CORP 2017 wird separate Vortragsblöcke bzw. Workshops zu diesen Spezialthemen veranstalten:

Accessibility (Moderation: Wolfgang W. Wasserburger)

Accessibility nimmt in unserem Leben einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Es geht nicht nur darum, ob ein bestimmter Ort mittels Rollstuhl erreichbar ist – Accessibility bedeutet mehr, nämlich das Zugänglichmachen von Dingen, Orten und Inhalten für Personen mit unterschiedlichen Arten von Beeinträchtigungen, zum Beispiel auditiv, visuell, physisch oder kognitiv. Die Accessibility-Session der REAL CORP 2017 wird sich mit aktuellen Entwicklungen von Accessibility in IKT und Planung beschäftigen.

GIS und Geoinformation (Moderation: Gerhard Navratil)

Der Spezialblock zum Thema GIS und Geoinformation der REAL CORP 2017 bietet eine Plattform zur Diskussion der technischen Möglichkeiten, die sich durch die sich ständig weiterentwickelnde Technologie in Verbindung mit neuen Erkundungs- bzw. Beobachtungsmethoden und Web 2.0 ergeben. Solche Analysen können wertvolle Informationen zu gesellschaftlichen Trends liefern und als Input für Planungsprozesse und Begleitmaßnahmen genutzt werden. Auch die Diskussion zu ethischen Fragen, die mit diesen Technologieanwendungen verknüpft sind, wird einen wichtigen Aspekt darstellen.

Planerische Implikation von Automatisierung und Digitalisierung im Verkehrsbereich (Moderation: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, BMVIT)

  • Was bedeutet das in Raum und Zeit (z. B. Implikation für Verkehrssystem und Raumstrukturen)?
  • Welche Rolle soll die Planung dazu einnehmen? Welche neuen Planungskompetenzen brauchen wir (Wissensgrundlagen, Skills etc.)?
  • Wo stoßen traditionelle Planungsansätze dabei auf ihre Grenzen? Welche neuen Methoden und Werkzeuge brauchen wir?
  • Wo kann und muss Responsible Research & Innovation (RRI) dazu in Zukunft ansetzen und wie bringen wir die Sache auf den Boden? Welche Rolle spielen "Enabling Spaces" wie Teststrecken oder Reallabore (z. B. Urbane Mobilitätslabore)?
  • Was muss eine zukünftige Stiftungsprofessur dafür leisten?
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